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Stand: 11.01.2018

Pressemitteilung

Der Gebärdenchor macht auch Münster happy

schauen sich gegenseitig fragend an, um dann im selben Moment, das große Verständnis-Aha in den Augen, dem Gegenüber zu antworten. "Alles Detten" ist mit dem Gebärdenchor "Sing a sign" des Caritas-Verbandes Emsdetten-Greven verabredet, die Teilnahme am 101. Deutschen Katholikentag 2018 unter dem Motto "Suche Frieden" in Münster steht unmittelbar bevor. Beim Zwischenstopp in Greven steigen noch mehr "Pilger" in den schon längst überfüllten Zug, darunter auch die Chormitglieder aus Greven. Man sieht sich und - das ist der Vorteil gegenüber "Normalos" - kann sich auch aus der Entfernung miteinander Verständigen. In Münster angekommen wird sich gesammelt, der offizielle Programmablauf besprochen (zwei Auftritte stehen bevor: um 12:30 Uhr am Aegidii-Platz und 19 Uhr im "Jovel") und direkt wird dieses vorgegebene Programm eigenmächtig ergänzt, der erste Auftritt ist nicht erst in der Innenstadt sondern gleich vorm Haupteingang des Hauptbahnhofs. Die mittlerweile ein Mann und gut 20 Damen starke Truppe nimmt Aufstellung. Gleich mehrere Passanten bleiben erwartungsvoll stehen, da wird etwas Besonderes passieren, die Musik setzt ein und der Chor... singt nicht sondern gebärdet, ein ungewöhnlicher aber auch beeindruckender Moment. Das mitunter hektische Treiben der Menschen vor dem Bahngebäude, das in diesen Tagen durch die vielen Katholikentag-Besucher geradezu mutiert ist, hält einen Moment inne.

Auftritt gelungen, weiter geht's zu Fuß Richtung Aegidii, im Sog der Menschenmassen, aus dem man sich dann rechtzeitig befreien muss. Vorm Verfassungsgericht noch schnell eine kurze Probe, während von der "Eine Welt"-Bühne noch latein-amerikanische Klänge herüberschallen, der Programmpunkt vor  dem Emsdetten-Grevener Beitrag. Hier erobert der inklusive Chor, bestehend aus Hörbehinderten, gänzlich Gehörlosen aber eben auch normal Hörenden/Sprechenden dann gleich die Herzen des Publikums die in der großen Mittagshitze eisern ausharren. Nach dem ersten Lied gleich anerkennender Applaus, einigen der Zuschauer ist bewusst, dass bei den Gehörlosen der Applaus nicht ankommt, sie sind auf optische Signale angewiesen: Applaus wird in der Gebärdensprache mit winkenden Fingern/sich drehenden Händen dargestellt, dass macht unten auf dem Kopfsteinpflaster vor der Bühne schnell die Runde, so dass das "Klatschen" bei allen weiteren Stücken zwar irgendwie leiser wird, aber bei denen, die es angeht, doch mehr ankommt.

Bis zum nächsten Auftritt heißt es jetzt sechs Stunden Freizeit, die große Gruppe teilt sich in kleinere, die dann eigenständig die schier unerschöpflichen Möglichkeiten des "KT18" am Dom, auf dem Prinzipalmarkt, auf dem Schlossplatz, am Aasee, der Promenade, Halle Münsterland und wo auch immer, nutzen. Überall, in den entlegensten Hinterhöfen, sind immer wieder Bühnen aufgebaut, wird diskutiert, Musik gemacht oder einfach nur gechillt. Selbst das Studium der über 1.000 auf 680 Seiten zusammengefassten Programmpunkte macht ganz schnell klar: nicht planen sondern erleben, wirken lassen.

Die Anstrengungen der vielen Fußkilometer (und vielfach auch die Sonne) steht dann allen ins Gesicht geschrieben, als man sich am Abend vorm "Jovel" wieder trifft. Wieder sind sie happy, wieder wird "Imagine for the people" gebärdet, "Geboren um zu Leben" oder "Applaus Applaus" von den Sportfreunden Stiller und dennoch ist etwas anders: im Jovel werden dem Publikum drei markante Wörter aus dem Refrain von Unheilig gezeigt, das Publikum macht mit und findet auch sehr schnell  bei der "I believe I can Fly"-Zugabe den Zugang und ist zumindest versucht, mitzuhalten, - Gänsehaut-Feeling und am Ende stehen sie dann sogar auf, und der Applaus ist nur zu sehen, für den Tontechniker im Hintergrund ein ganz eigenartiges Erlebnis. - Ein Besonderes war es auf alle Fälle für "Sing a Sign", die übrigens am 11. Juni in der Stadtbibliothek in Emsdetten ein offene Probe veranstalten. Eine Möglichkeit, mal reinzuschnuppern, - ob man dann dabei bleiben möchte, die Entscheidung kann man ja immer noch fällen...

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