Fotoreihe 18teilig

Übersetzung der 18 Fotos Gebärdenwelt

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Wanderausstellung Gebärdenwelt

Der gehörlose Menschen in der „hörenden Welt“ Die individuelle und soziale Lebenswirklichkeit gehörloser Menschen ist sehr grundlegend durch ihre Behinderung geprägt. In den alltäglichen Lebensbezügen in der „hörenden“ Welt erleben gehörlose Menschen zahlreiche Erschwernisse und Belastungen. Die gesamte hörende Welt ist damit als eine sehr „dominierende Umwelt“ für sie zu verstehen. Viele Dinge des täglichen Lebens, die Hörende selbstverständlich handhaben, können gehörlose Menschen so nicht einsetzen: Weckerläuten und Türklingel müssen durch Lichtimpulse ersetzt werden. Telefonieren ist nicht möglich, es müssen Faxgerät, SMs-Mitteilungen per Handy oder Bildtelefon genutzt werden. Des Weiteren werden Durchsagen am Bahnhof oder wichtige Informationen über das Radio nicht gehört.

Zu nennen sich auch die Situationen wie Einkäufe, die Rückfragen ergeben, Arztbesuche oder Krankenhausaufenthalte, die Auskünfte voraussetzen, Behördengänge, die spezielle Angaben erfordern. Hier benötigen gehörlose Menschen Beratungsdienste und Gebärdensprachdolmetscher, um Kontakt und Kommunikation aufzubauen.

Angebote des Caritasverbandes Emsdetten – Greven für Menschen mit Hörschädigung

Der Caritasverband Emsdetten - Greven hat u.a. einen Schwerpunkt in der Arbeit mit sinnesbehinderten Menschen. Er unterstützt gehörlose Menschen imgesamten Kreis Steinfurt mit seinen Angeboten dabei, am gesellschaftlichen Leben teil zu nehmen, Lebensperspektiven zu entwickeln, ein eigenverantwortliches und sinnerfülltes Leben zu führen sowie ihre sozialen und lebenspraktischen Kompetenzen zu erweitern.

Im Sinne der Inklusion ist es für den Caritasverband selbstverständlich, dass Menschen mit Behinderung in allen Bereichen des Lebens von Anfang an dabei sind, dass sie dazugehören. Die Hilfen orientieren sich an die Lebenssituationen der betroffenen Menschen. Die Betreuungs- und Beratungsangebote schaffen ein Hilfeangebot, die es dem gehörlosen Menschen ermöglichen, zufriedenstellend im Sozialraum leben zu können.

Der Caritasverband Emsdetten – Greven bietet für gehörlose Menschen folgende Angebote an:

·Beratungsstelle

·Integrationsfachdienst

·Erziehungsberatungsstelle

·Sucht- und Drogenberatung

·Ambulant Betreutes Wohnen

·Assistenz

·Tagesstrukturierende Maßnahmen, u.a. Seniorentagesbetreuung

·stationäres Wohnen für gehörlose Menschen mit einer zusätzlichen Behinderung,

·Grotthoff- Dahlmann-Stift

·stationäres Wohnen für gehörlose Menschen mit einer zusätzlichen Suchterkrankung,

Die Gebärdensprache – Zeichensprache? Körpersprache? Nonverbale Kommunikation?

Die Gebärdensprache ist eine visuelle Sprache, in der die sprachlichen Inhalte über Handzeichen und Bewegungen, unter zusätzlichem Einsatz des Mundbildes, von Mimik, Gestik und Körpersprache kommuniziert werden. Dadurch werden ebenso Gefühle, Einstellungen oder Reaktionen des Gebärdenden mitgeteilt. Die Gebärdensprache ist ein vollständiges Sprachsystem, das aufgrund seiner räumlichen Darbietung andere lexikalische, grammatikalische und syntaktische Strukturen als die Lautsprache hat. Es gibt nicht nur verschiedene national, sondern auch verschiedene regionale Dialekte.

Geschichte der Gebärdensprache

Ab dem 16. Jahrhundert insbesondere ab dem 18. Jahrhundert wurde im Zeitalter der Aufklärung auch gehörlosen Menschen mehr Bildung und Anerkennung ermöglicht. In Europa entstandendie ersten Gehörlosenschulen. Im 19. Jahrhundert setzte sich allerdings in den Gehörlosenschule immer mehr die Lautsprache durch. Es wurde beschlossen, dass die Gebärdensprache verboten wird und die rein-orale Methode einzuführen sei. Die Folge war, dass die Gebärdensprache in den Status einer „lähmenden Lethargie“ verfiel. Erst wieder in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert gibt es neue Impulse, die vor allem eine neue Akzeptanz der Gebärdensprache signalisieren. Seit 2002 ist die Gebärdensprache in Deutschland eine anerkannte Sprache.

Die Gehörlosengemeinschaft – die Gehörlosenkultur

Gehörlose Menschen haben ihre eigene Kultur. Sie hat ihre ganz speziellen Besonderheiten, zum Beispiel die visuelle Kommunikation. In anderen Bereichen überlappt sie mit der Kultur der Hörenden oder verschmilzt mit ihr. Kultur ist nicht ein abgeschlossenes, sondern ein offenes System. Da gehörlose Menschen durch ihre andere Kommunikationsart häufig isoliert sind, werden gern soziale Kontakte untereinander gepflegt. Sie verbindet ein starkes Gefühl der Solidarität und der Verbundenheit. Die Gehörlosengemeinschaft und ihre jeweiligen Aktivitäten geben den Mitgliedern die Möglichkeit miteinander in Kontakt zu treten, sich auszutauschen und überhaupt Gleichgesinnte zu begegnen. Dies führt zur Entwicklung einer eigenen Kultur, der Gehörlosenkultur.

·Haus Mirjam

·umfangreiches Freizeitprogramm für alle Altersstufen „AKTIV DABEI“

·OGS in der Münsterlandschule Münster, Förderschule für Hören und Kommunikation

 

Weitere Angebote:

- Für hörende Menschen werden Gebärdensprachkurse über den Caritasverband Emsdetten – Greven als auch über die Volkshochschule Emsdetten und der Familienbildungsstätte Steinfurt angeboten.

- Der Caritasverband Emsdetten – Greven hat mehrere gehörlose MitarbeiterInnen, die im ambulanten und stationären Bereich insbesondere mit gehörlosen Menschen arbeiten.

- Die Beratungsstelle für Menschen mit Hörschädigung des Caritasverbandes Emsdetten – Greven hat Kontakt zu den Gehörlosenvereinen im Kreis Steinfurt. Dies sind die Gehörlosenvereine Rheine und Ochtrup.

- Gottesdienste werden von Mitarbeitern des Caritasverbandes Emsdetten – Greven in Gebärdensprache übersetzt.

- Im letzten Jahr wurde eine Gebärdenchor für gehörlose und hörende Menschen gegründet.

Es besteht des Weiteren eine gute Netzwerkarbeit mit anderen Diensten des Caritasverbandes intern als auch eine gute Zusammenarbeit mit Ämtern, Behörden und anderen Anbietern in der sozialen Arbeit im Kreis Steinfurt.