Ausschlafen, Abhängen, Abenteuer erleben: Fein war das. Doch nun neigt sich die Ferienzeit dem Ende entgegen. Zusammen mit Schulpsychologin Gunhild Ortmeier hat die EV Tipps zusammengestellt, wie der Neustart in den Schulalltag gelingt. In dieser Folge gibt die Diplom-Psychologin von der schulpsychologischen Beratungsstelle der Caritas Emsdetten Tipps für die anspruchsvollen Schuljahre vor dem Abschluss.
Lerngewohnheiten ändern
Der Stoff wird für Schülerinnen und Schüler in der Mittelstufe abstrakter, die Unterrichtsinhalte umfassender und die Anforderungen an selbstständiges Arbeiten steigen. Aus Kindern werden nun Leute, die neue Strategien brauchen, um ihre Kompetenzen fürs Leben und fürs Lernen zu schärfen. Gleichzeitig gewinnen Freizeit, Hobbys und soziale Kontakte und die Smartphone-Nutzung an Bedeutung, was nicht selten zu Zielkonflikten führt. Wenn bisherige Lerngewohnheiten nicht mehr die gewünschten Ergebnisse bringen, hilft meist nicht "mehr büffeln", sondern ein Wechsel zu klugen, nachhaltigen Lern- und Selbstmanagement-Methoden. Hier empfiehlt sich der intensive Austausch mit dem Lehrpersonal und auch mit dem schulpsychologischen Dienst der Caritas (02572/157 39).
Zeit managen und Struktur schaffen
In der Mittelstufe geht es darum, die eigenen Präferenzen und Stärken zu analysieren. Den individuellen Lernstil bewusst umsetzen, Lernumgebung gestalten, eigene Hochphasen nutzen, das alles ist hier überaus hilfreich. Ein funktionierendes Zeitmanagement und Wochenstrukturierung lässt sich lernen. Und beides schafft Klarheit, reduziert Stress und sorgt dafür, dass Freizeit mit Gleichgesinnten ohne schlechtes Gewissen genossen und als Ausgleich erlebt wird.
Medien beherrschen
Der Umgang mit dem Smartphone - wenn dies die größte Ablenkungsquelle beim Lernen ist - verlangt nach klaren Regeln, wie handyfreie Lernzonen, stummen Fokus-Phasen oder digitalen Helfern. So wird aus der ständigen Unterbrechung wieder echte Konzentration. Gleichzeitig rücken digitale Medien und auch die Künstliche Intelligenz nun immer weiter ins Lernumfeld. Hier ist es wichtig, sich mit Hilfe der Schulgemeinschaft gut zu informieren und dann auf Augenhöhe mit den Heranwachsenden zu kommunizieren. Klar ist: Mentale Gesundheit ist Grundvoraussetzung für nachhaltigen Lernerfolg. Bildschirmzeit, Bewegungs- und Schlafphasen müssen deshalb gut und immer wieder neu austariert werden.
Probleme erkennen und benennen
Probleme mit dem schulischen Umfeld - ob sozial oder lerntechnisch - zeigen sich oft indirekt. Es gibt klare Warnsignale: Wenn häufige Beschwerden ohne körperliche Ursachen wie Bauch- und Kopfschmerzen auftreten - besonders vor der Schule oder sonntags abends - deutet es darauf hin, dass etwas nicht rund läuft. Verhaltensänderungen wie Rückzug, Gereiztheit, Wutausbrüche, starke Anhänglichkeit können ebenso ein Warnsignal sein wie Schlaf- und Appetitveränderungen. Leistungs- und Motivationsprobleme bis hin zu völliger Schulunlust zeugen von Überforderung und Frust.
Unterstützung nutzen
Vor allem wenn die Symptome länger als vier Wochen anhalten und den Alltag massiv beeinträchtigen, sollte man sich Hilfe holen. Lieber etwas früher als zu spät, bevor sich Verhaltensweisen wie Vermeidung und Rückzug festsetzen. Also: Wer angstfrei frühzeitig Kontakt aufbaut, beugt nachhaltigen Problemen vor. Vertrauenslehrer*innen und die Stufenleitung sind gute erste Gesprächspartner. Oft ist es sinnvoll, die schulpsychologische Beratungsstelle der Caritas mit ins Boot zu holen. Im Bereich "Hilfen für die Kinder, Jugendliche und Eltern" breit aufgestellt, vermittelt der Dienst bei Bedarf umfassende und ganzheitliche Unterstützung für Familien.
Die schulpsychologische Beratungsstelle der Caritas ist unter 02572 157-39 erreichbar, per Mail unter
ortmeier@caritas-emsdetten-greven.de .