Die Suchtberatung mischt beim Rosenmontagsumzug mit - Närrisch für den ersten Schritt
Emsdetten - Was haben Kamelle und Suchtprobleme gemeinsam? Richtig: Sie können jeden treffen. Dafür ein Bewusstsein zu schaffen, das ist das Ziel der diesjährigen Karnevalsaktion der Suchtberatungsstelle des Caritasverbandes Emsdetten-Greven. Und da am Rosenmontag Jung und Alt auf der Straße tanzen, mischen sich beim Umzug wieder drei Mitarbeitende unter die Feiernden. Sie verteilen großzügig Kamelle und Infomaterial, unter anderem Bierdeckel mit den Kontaktdaten der Beratungsstelle.
"Wir wollen niemanden seinen Sekt oder sein Bier vermiesen", stellt Nils Krabbe, Leiter der Beratungsstelle klar: "Wir möchten nur darauf hinweisen, dass wir jederzeit für Menschen da sind, die Alkoholkonsum hinterfragen möchten." Deshalb kommen auch wieder die schwarzen Jutebeutel mit der Aufschrift "Gratis Drogen*" zum Einsatz, nebst QR-Code und der kleinen Unterzeile "*Beratung". Der niederschwellige Ansatz schimmert klar durch: Präsenz zeigen in der auch sekt- und bierseeligen närrischen Zeit. Und damit deutlich machen, dass Sucht- und Drogenprobleme jeden treffen können. Karneval biete sich einfach an, um dem Thema etwas von seiner Schamschwelle zu nehmen, meint der Suchtberater.
Bislang erinnert sich Nils Krabbe - als Norddeutscher ein sehr schaumgebremster Karnevals-Jeck - nur an positive Begegnungen am Rand des Umzugs. "Viele begrüßen uns wie alte Bekannte und unsere schwarzen Drogen-Beutel für Kamelle sind echt beliebt", bringt er die Erfahrungen von einigen Rosenmontags-Aktionen auf den Punkt. Bekehrungsgespräche am Rande des Zuges? "Bestimmt nicht", lacht der Therapeut und winkt ab, "wir wollen nur zeigen, dass wir nahbar sind und jederzeit ansprechbar." Das gelinge am Rande einer ausgelassenen Feier oft besser als bei themenschweren Infoveranstaltungen mit sozialem Background.
Folgt dem närrischen Erstkontakt ein Beratungsgespräch, dann sei das umso besser, findet Krabbe. Denn dem Netzwerk der Suchtberatung stehen viele Werkzeuge zur Verfügung: Vom regelmäßigen Gespräch über Selbsthilfegruppen bis hin zur Krisenintervention und Therapie-Vermittlung. Übrigens, das betont Nils Krabbe, dürfen sich auch gerne Angehörige melden, die sich Sorgen um suchthaftes Verhalten ihrer Angehörigen oder Freunde machen. Jedes Gespräch verlaufe vertraulich und ergebnisoffen, versichert er: "Wichtig ist ein erster Schritt. Den Weg können wir dann gemeinsam gehen."
Die Hilfen für psychisch kranke und suchtkranke Menschen des Caritasverbandes Emsdetten-Greven-Saerbeck ist in Emsdetten bei der Caritas in der Bachstraße 15 verortet und unter Tel. 02572/1570 erreichbar. Mittwochs gibt es von 15.30 bis 17 Uhr eine offene Sprechstunde in Emsdetten. Dienstags von 15.30 bis 17 Uhr in Greven. Kontakt per Mail: krabbe@caritas-emsdetten-greven.de
Pressemitteilung
Närrisch für den ersten Schritt - Die Suchtberatung mischt beim Rosenmontagszug mit
Erschienen am:
11.02.2026
Herausgeber:
Caritasverband Emsdetten-Greven e.V.
Bachstr. 15
48282 Emsdetten
+49 2572 157-0
+49 2572 157-47
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